Bräuche

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Hochzeitsbräuche PDF

Die Verpflichtung eines Hochzeitsladers ist die willkommene Alternative zur Einladungskarte. Entsandt wird gern ein Freund der Familie, der nahe liegende Gäste mit einem selbst gedichtetem Reim, welcher alle wichtigen Informationen zum große Fest enthält, einlädt. Der Hochzeitslader erhält in Form von Schnäpschen und Leckereien Dank.

Um böse Geister und Dämonen von der Braut abzulenken, werden Brautjungfern erkoren und ähnlich der Braut gekleidet, um die Unruhestifter zu verwirren die gern der Braut nachsteigen. Ähnlich ist es auch bei dem Bräutigam, der hier von dem Brautführer „gedeckt“ wird.

Nie darf die Braut ihr Kleid (ganz) selber nähen, sonst stehen ihr arbeitsame Ehejahre ins Haus

Hennen-Rennen, der Junggesellenabschied der angehenden Braut – wird von ihren Freundinnen und Trauzeugen organisiert. Hier muß die Braut nicht selten Aufgaben lösen um zu beweisen, daß sie auch zur Ehefrau taugt. Z. B. werden Bräute nicht selten mit Bauchläden und Wägelchen, gefüllt mit allerlei Krimskrams, Kondomen, Süßigkeiten usw. los geschickt, die die junge Frau öffentlich gewinnbringend verkaufen muß, um die Feier zu finanzieren. In Südamerika wird auch gut und gern mit der Braut vor der Hochzeit „Abschied“ gefeiert. Hier muß sie raten, was wohl in ihren Geschenkpäckchen die sie bekommt drin ist. Liegt sie drei mal daneben, muß sie für jedes falsch geratene Präsent einen Schnaps trinken und ein Kleidungsstück ablegen. Zu oft gibt es Fotos von Junggesellinnenabschieden auf denen die Bräute (fast) nackt zu sehen und nur mit einer Schärpe bekleidet sind, auf der steht: „Was ein Glück, daß du morgen heiratest“ steht.

Junggesellenabschied feiert der Bräutigam ausgiebig mit seinen Freunden um seinen Ausstand der unbescholtenen Junggesellenzeit zu begehen. Auch hier organisieren diesen Abend die Freunde und Trauzeugen. Es gibt übrigens mehr Möglichkeiten, als eine Frau aus der Torte hüpfen zu lassen….

Die Freundinnen der Braut „Schräppeln“, also Basteln und Binden, vor dem Hochzeitstag Blumenkränze und Girlanden, die mit roten Tüchern oder Bändern dekoriert werden. Das Rot soll, wie im Brautstrauss, böse Geister abschrecken. Ist die Girlande aus grünem Geflecht und weißen Papierblüten, Schleierkraut und Myrte, steht Lebenskraft und Gesundheit als Wunsch im Vordergrund. Um das Schräppeln und die Übermittlung von allen eingeflochtenen guten Wünschen wirksam werden zu lassen, müssen der Bräutigam, die beste Freundin der Braut und ihre Patin am Binden beteiligt sein. In anderen Bundesländern wiederum ist das Kränzen Sitte. Hier sorgen Nachbarn und liebe Freunde des Brautpaares am Tag vor der Hochzeit dafür, daß eine gleiche Girlande mit Blumen geflochten an der Tür des Paares aufgehängt wird.

Der Brauch, daß die Braut einen Schleier zur Trauung trägt, geht auf die alten Germanen zurück. Sie glaubten, daß böse Geister tatsächlich auch durch Körperöffnungen eindringen. Damit sie nicht heimlich durch die Nasenlöcher schlüpfen konnten, wurde das Gesicht der Braut mit einem Schleier bedeckt.

Der Brautführer ist der Mann, der die Braut in die Ehe und so in ihren nächsten Lebensabschnitt und aus dem elterlichen Hause in die Obhut und Schutz des Ehemannes entläßt.

Der Brautstrauß mit etwas rotem und den richtigen Kräutern gebunden wehrt Kobolde und seine Kollegen ab.

Der Brautschuh wird von den mühsam gesparten Centstücken der Braut bezahlt, mit dieser Geste symbolisiert sie die Sparsamkeit. Außerdem sollte die Braut ihre Schuhe selber kaufen, damit sie dem Bräutigam nicht weg läuft.

Ein alter Aberglaube sagt, daß der Bräutigam selbst nicht das Brautfahrzeug lenken darf, sonst fährt es das Paar direkt ins Unglück

Am Morgen des Hochzeitstages schenken sich Braut und Bräutigam ein ganz persönliches Geschenk, daß in erster Linie als Glücksbringer dienen soll – Die Morgengabe. Hier ist nicht die Größe und Kosten sondern das Herz und kein materieller Wert entscheidend. Man sagt, wenn das Präsent für die Braut unter dem Kopfkissen versteckt wird, stehen viele Jahre Glück ins Haus.

Die Braut steckt sich am Hochzeitstag für zukünftigen Wohlstand ein Geldstück in den linken Schuh. Zieht außerdem den linken vor dem rechten Schuh an. Der Bräutigam steckt am besten noch ein größeres Geldstück in die Tasche.

Nicht bei abnehmendem Mond heiraten, da das Glück dann auch abnimmt. Auch die Sonne sollte bei Trauung noch steigen, um das Glück auch immer steigen zu lassen – Wenn es regnet am Altar bringt das Segen für viele Jahr.

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